Eröffnung RUDOLF GOESSL "ganz Farbe"

18. Februar 2017





Rudolf Goessl – ganz Farbe

18. Februar – 22. April 2017

Zum 88. Geburtstag zeigt die Galerie neuen Arbeiten des Künstlers


Nach seiner Ausbildung zum Werbegrafiker, nutzte Rudolf Goessl (1929 in Kronberg/Niederösterreich geboren) seine kreativen Fähigkeiten und seinen außerordentlich stilsicheren Geschmack vor allem für die Gestaltung von Schaufenstern oder Produktpräsentationen im Rahmen von teils internationalen Messeständen, bevor er sich 1958 endgültig der Malerei zuwandte. Ein kurzer Aufenthalt in New York im Jahr 1967 genügte ihm, um jene bleibenden Eindrücke zu sammeln, die in der Folge den entscheidenden Impuls zur Entwicklung seiner eigenen Formensprache geben sollten. Es waren vor allem die Vertreter des „Colour Field Painting“, deren Werke ihm bislang unbekannte Wege in die gegenstandslose Malerei aufzeigten. Diese wählend beschritt Rudolf Goessl in Österreich als einziger seiner Generation einen Weg, der ihn – jenseits der informellen, von expressiver Gestik dominierten Tendenzen – zu einem spirituell gestimmten, abstrakten Kolorismus führte.
Die Verlagerung des inhaltlichen Ansatzes von der Abstraktion der gesehenen Wirklichkeit ins Vorstellungshafte, in die Idee, wird in den zwischen 1968 und 1973 entstandenen „Raumbühnenbildern“ und „Faltungen“ nachvollziehbar, welche, ab 1974/75 zu zart lasierten, unendlich scheinenden meditativen Farbräumen gewandelt, einen ersten malerischen Höhepunkt bilden.
Seit den 80ern charakterisieren grobkörnige Pigment/Sand/Holzmehlmixturen seine Bildoberflächen, die gelegentlich von pastos gesetzten Pinselspuren markiert werden: der sehr spezifisch "körperliche" Umgang mit Farbe (im Sinn von Substanz) erweitert als wesentliches Stilmittel eine gleichzeitig subjektiver werdende Interpretation der Inhalte durch den Künstler.
Mit dem Einsatz von Trompe-l´oeils in seinem jüngsten Werkblock scheint Rudolf Goessl eine formale Idee der späten 60er Jahre aufzugreifen: nun sind es anstelle von gemalten Schattenfugen und Falten schwebende Elemente – horizontale Linien, Klammern oder Farbflecke – welche mit ihrer konkret empfundenen Positionierung den Sog einer sich dahinter grenzenlos und numinos entwickelnden Bildtiefe suggerieren.
Als gut informierter, aber grüblerischer Einzelgänger bewegte sich Rudolf Goessl gerne etwas abseits des Kunstbetriebes. Auf der existenziellen Suche nach dem „Eigentlichen“ schuf er während der vergangenen fünf Jahrzehnte in aller Stille sein bedeutendes, variantenreiches Werk, das seine Rolle, als „missing link“ zur Generation der „neuen Wilden (Bohatsch, Brandl, Scheibl, Vopava,…) belegt und zu den wichtigen Positionen der österreichischen Gegenwartskunst zählt, wie auch die Einzelpräsentation im 21er Haus im vergangenen Herbst zu zeigen beabsichtigte.
Die Ausstellung „ganz Farbe“ widmet sich dem Schaffen ab 2014 bis in die unmittelbare Gegenwart.



Auf der neuen Kunstmesse ART VIENNA (22. – 26. Februar) im Leopoldmuseum setzt die Galerie im Rahmen einer Solopräsentation den Schwerpunkt auf Rudolf Goessls Werke der 70er Jahre.